Übelkeit und Erbrechen beim Kind – Was tun?

Im einen Moment spielt das Kind noch und wirkt gesund und munter, im nächsten Moment kommt es plötzlich zu Übelkeit, Fieber und Erbrechen. Das Kind erbricht scheinbar ohne Grund. Ob nächtliches Erbrechen, oder morgens — zum Erbrechen kann es zu jeder Tageszeit kommen. Erbrechen gehört zu den häufigsten Kinderkrankheiten und ist besonders für das Kind oft eine erschreckende Situationen. Für die Eltern gilt es dann, schnell zu handeln und vor allem Trost zu spenden. Um die nötige Ruhe zu bewahren, ist es wichtig, dass Eltern die Situation richtig einschätzen können und genau wissen, was zu tun ist. Neben einer Infektion können nämlich auch verdorbene Lebensmittel, oder eine Unverträglichkeit die Ursache sein. Bevor der Gang zum Arzt nötig wird, können die Eltern schon erste Vorsorgemaßnahmen treffen, um dem Kind den Zustand zu erleichtern.

Wie kann es zu Übelkeit bei einem Kind kommen?

Besonders Kinder scheinen recht häufig an Übelkeit und Erbrechen zu leiden. Das liegt daran, dass ihr Immunsystem noch nicht so ausgeprägt ist, wie das von Erwachsenen und noch lernen muss, wie es sich gegen bestimmte Erreger schützt. Die meisten aller Fälle sind harmloser Natur und können dabei die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die häufigste Ursache für das Erbrechen beim Kleinkind ist der klassische Magen-Darm-Infekt durch Viren oder Bakterien. Die Symptome können hierbei sehr plötzlich und stark auftreten, vergehen aber dafür auch meist nach ein paar Tagen wieder (manchmal sogar schon nach ein paar Stunden). Auch Aufregung oder Stress führen bei Kindern häufig zum Erbrechen. Die Auslöser können aus Sicht der Erwachsenen scheinbar unbedeutend sein, doch gilt auch hier, dass Kinder die Welt noch völlig anders wahrnehmen und auf sie reagieren. Auch durch große Freude kann eine solche Aufregung entstehen, dass der Körper mit Übelkeit und ggf. Erbrechen reagiert. Migräne kommt auch bei kleinen Kindern schon vor und kann möglicher Auslöser für das Erbrechen sein. Weitere Faktoren sind Reiseübelkeit und eine Unverträglichkeit von Lebensmitteln (zu hastiges Essen, aufblähende Speisen, oder für den Organismus ungewohnte Gerichte). Das Kind erbricht ständig nach dem Verzehr von einem bestimmten Nahrungsmittel? Hier könnte eine Unverträglichkeit die Ursache sein. Übelkeit kann auch nach einem Sturz auftreten, wenn es zu einer Gehirnerschütterung gekommen ist. Ist das Kind zuvor gestürzt und klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit, oder erbricht sich, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Reiseübelkeit bei Kindern

Übelkeit bei einer Reise tritt nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch besonders bei Kindern auf. Die Fahrt in den Urlaub kann so zu einem wahren Albtraum werden. Halten Sie daher im Handgepäck unbedingt Medikamente gegen Reiseübelkeit bei Kindern bereit. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, halten Sie an, bis es ihrem Kind wieder besser geht. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nach vorne, durch die Frontscheibe blickt. Der Blick sollte dabei auf weiter entfernte Dinge gerichtet werden. Dieser Fokus hilft dabei, das Gleichgewichtsorgan zu beruhigen. Im Auto, sowie im Bus, können Sie sich dafür am besten mittig auf der Rückbank hinsetzten. Während der Fahrt zu Lesen, oder den Blick aufs Smartphone oder Tablet gerichtet zu halten, kann die Übelkeit verstärken. Sorgen Sie lieber mit einem Spiel oder gemeinsamen Singen für nötige Ablenkung.

Was hilft gegen Erbrechen bei Kindern?

Das allerwichtigste ist, dass Sie als Eltern Ruhe bewahren. Spenden Sie Ihrem Kind Trost und nehmen Sie es in den Arm. Berührungen, wie Händchen halten, den Kopf streicheln, oder in den Arm genommen zu werden, lösen besonders bei kleinen Kindern und Babys biochemische Reaktionen aus, die stark beruhigend und sogar heilend wirken.

Achten Sie darauf, dass ihr Kind tief und entspannt atmet. Öffnen Sie im Haus die Fenster, damit es frische Luft einatmen kann. Tiefes Durchatmen hilft gut bei Übelkeitswellen.

Hausmittel gegen Übelkeit

Ein sehr wirkungsvolles Hausmittel ist Ingwer. Die Ingwerwurzel kann klein geschnitten und gekaut, oder aber mit heißem Wasser überbrüht als Tee getrunken werden. Ingwer wirkt gegen Übelkeit und Brechreiz. Auch eine Zitrone kann gegen Übelkeit eingesetzt werden — oft hilft schon allein ihr Geruch, den Brechreiz zu stoppen. Alternativ kann eine halbe Zitrone ausgesaugt werden, oder Zitronensaft verdünnt mit Wasser getrunken werden. Unter den Teesorten eignen sich Fenchel (besonders in Kombination mit Anis und Kümmel) und Kamille sehr gut bei Übelkeit. In der Homöopathie gibt es auch diverse Globuli, die bei Übelkeit und Erbrechen helfen. Nux Vomica ist beispielsweise ein bewährtes Mittel.

Konventionelle Medizin

Wenn das Kind immer wieder erbricht, und Hausmittel keine Wirkung zeigen, findet man auch in der Apotheke passende Medizin, um Übelkeit und Erbrechen zu lindern. Abhängig von der Ursache (Stress, Reiseübelkeit, Lebensmittelunverträglichkeit) kommen verschiedene Präparate in Frage. Sehr beliebt ist das Mittel Vomex, welches bei den verschiedensten Arten von Übelkeit schnell Abhilfe verschaffen kann. Es ist als Sirup oder Zäpfchen erhältlich.

Welche erste Hilfe Maßnahmen bei einer Vergiftung?

Haben Sie den Verdacht, dass ihr Kind sich vergiftet haben könnte, rufen Sie den Notdienst unter der 112 — bevor Sie weitere Erste Hilfe Maßnahmen ergreifen, rufen Sie bitte direkt im Anschluss bei der Vergiftungszentrale an. Hier wird man Ihnen Tipps für nötige Erste Hilfe Maßnahmen geben. Je nachdem, mit welcher Substanz sich Ihr Kind vergiftet haben könnte, gelten nämlich verschiedene Regeln. So ist es bei einer Vergiftung mit Medikamenten, oder Pflanzen sinnvoll Erbrechen zu erzwingen. Bei einer Vergiftung mit Lampenöl, oder Putzmittel hingegen kann dies lebensgefährlich werden. Leider gehen immer noch viele Todesfälle auf falsche Erste Hilfe Maßnahmen zurück, informieren Sie sich daher umgehend bei der Vergiftungszentrale, um zu erfahren, was Sie genau tun müssen.

Häufige Fragen

Was essen nach dem Erbrechen?

Sollte Ihr Kind keinen Hunger verspüren, dann zwingen Sie es bitte nicht, Nahrung aufzunehmen. Der Magen und Darm sollte etwa 6 Stunden Zeit bekommen, sich zu erholen und daher nüchtern bleiben. Danach können Sie Ihrem Kind Schonkost anbieten. Zerdrückte Bananen, oder geriebene Äpfel sind generell sehr gut verträglich und helfen dabei den Magen zu beruhigen. Auch eine Hühner- oder Gemüsesupppe ist gut geeignet.

Kind erbricht gelbe Flüssigkeit?

Bei sehr häufigem Erbrechen, wenn nichts mehr im Magen drinnen bleibt, kann es dazu kommen, dass Galle mit erbrochen wird. Dies äußert sich, indem gelbe Flüssigkeit erbrochen wird.

Kind erbricht Schleim, was kann das sein?

Handelt es sich um gelben Schleim, so ist es Gallenflüssigkeit, die erbrochen wird. Erbricht es durchsichtigen Schleim, kann das auf eine Bronchitis (Hinweis hierfür: Husten und verschleimt sein der Bronchien), oder eine Magenschleimhautentzündung hindeuten. Bei Husten von Schleim und Übelkeit sollten sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Was ist Vomex?

Vomex ist eine bewährtes Mittel gegen Erbrechen bei Kindern. Es wirkt bei insgesamt fünf verschiedenen Arten von Übelkeit und ist auch für Kleinkinder geeignet.

Vomex A Sirup, 100 ml
  • Wirkstoff: Diphenhydramin
  • bei Übelkeit und Erbrechen
  • apothekenpflichtig
  • PZN: -01566896
  • Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Sollte ich meinem Kind Elektrolyte geben?

Ihr Kind erbricht im Schlaf und auch tagsüber? Hierbei handelt es sich um sogenanntes azetonämisches Erbrechen. Es kann in solchen Fällen zu bis zu 40 Brechanfällen pro Tag kommen. In so einem Extremfall ist es notwendig, dass das Kind Elektrolyte bekommt. Eine fertige Lösung erhält man in der Apotheke. Auch wenn ihr Kind trotz Erbrechen kaum Flüssigkeit in Form von Wasser aufnehmen möchte, oder kann, sollten Sie auf Elektrolyte zurückgreifen.

Fazit: Erbrechen und Übelkeit kann verschiedenste Ursachen haben. Im eigenen Haushalt, oder der Apotheke findet man viele geeignete Mittel, um die Übelkeit und den Brechreiz zu unterbinden. Je kleiner das Kind ist, umso schwieriger ist es, die genaue Ursache herauszufinden. Besonders für Babys und Kleinkinder kann häufiges Erbrechen schnell gefährlich werden — suchen Sie daher im Zweifel immer einen Arzt auf!

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