Sicherheit bei Kinderspielzeug & Produkten – Worauf ist zu achten?

Kinder kommen im Rahmen des Alltags fortwährend mit speziellen Kinderprodukten und Kinderspielzeugen in Kontakt. Qualitativ minderwertig verarbeitete Artikel stellen aufgrund dessen eine anhaltende Gefährdung für die individuelle Gesundheit und Sicherheit der Kinder dar. Laut statistischen Erhebungen verletzen sich jährlich bundesweit durchschnittlich 1,7 Millionen Kinder. Ein Drittel der erfassten Unfälle ereignet sich zu Hause oder im Zuge der Freizeit. Abhängig von Alter und Entwicklungsstand der Kinder ändern sich die Gegenstände, die in derartige Vorfälle involviert sind bzw. als Auslöser gelten.

Insbesondere bei Kleinkindern ab einem Alter von 3 Jahren sind primär Spielzeuge und Freizeitgeräte an den Unfällen beteiligt. Gleichzeitig prägt den Markt eine konstant hohe Anzahl an fehlerhaften Produkten, die wegen mangelhafter und gesundheitsgefährdender Qualität zurückgerufen werden müssen. Dies können verschiedenen Textilien sein aber auch Kinder und Babymatratzen welche mit Schadstoffen belastet sind. Demnach entfielen im Jahre 2016 26 % der diesbezüglichen Warnmeldungen auf Kinderspielzeug. Als gefährlich werden Produkte eingestuft, die chemische Risiken bergen, mit einer Erstickungsgefahr oder einem erhöhten Unfallrisiko verknüpft sind. Als Indikator für einen hohen Verbraucherschutz können spezifische Gütesiegel verstanden werden, die die Produkte als spezifisch geprüft ausweisen. Da zahlreiche Siegel mit keiner Prüfung der Fabrikate verbunden sind, müssen die einzelnen Siegel unbedingt voneinander abgegrenzt werden. Lediglich auf diese Weise kann eine maximierte Kindersicherheit garantiert werden.

Welche Sicherheits Prüfsiegel gibt es?

Grundsätzlich sind alle Hersteller dazu verpflichtet ihre Produkte vor der Einführung auf den deutschen Markt mit einem ” CE – Zeichen” zu versehen. Diese Bezeichnung belegt, dass der Artikel vermeintlich die EU – Vorgaben bezüglich der Produktsicherheit erfüllt. Das Siegel darf selbst genutzt werden, wenn der Hersteller keine sicherheitsbezogene Prüfung des Artikels vorgenommen hat.

Ein CE – Zeichen generiert daher lediglich, dass das Produkt mutmaßlich die Mindeststandards für Produktsicherheit erfüllt. Eine vorhergehende Prüfung ist nicht notwendig, um das Zeichen verwenden zu dürfen. Deshalb generiert das Siegel keine Garantie, dass das Fabrikat tatsächlich die Vorgaben erfüllt. Folglich ist die Bezeichnung laut Verbraucherschützern zu ignorieren, da sie keinerlei Aussagekraft besitzt. Sofern das Zeichen auf oder in der Verpackung fehlt, ist anzunehmen, dass das Produkt nicht die Anforderungen zur Produktsicherheit einhält.

Demgegenüber ist das ” GS – Siegel” als Erkennungszeichen für eine geprüfte Sicherheit zu klassifizieren. Über dieses Etikett können Hersteller nachweisen, dass sie das Fabrikat einer freiwilligen Produkt- und Sicherheitsprüfung durch staatlich zugelassene Zertifizierungsstellen unterzogen haben. Derartige Prüfungen werden etwa von LGA, TÜV, Intertek, STR oder VDE durchgeführt. Somit entsprechen derartig gekennzeichnete Modelle vollständig den europäischen Sicherheitsnormen sowie den Vorschriften des Produktsicherheitsgesetzes. Hierfür werden die Stücke beispielsweise auf ihre Strapazierfähigkeit und ihre Entflammbarkeit getestet. Artikel mit einem GS – Siegel gehen mit einer hohen Kindersicherheit einher.

Das ” GS – Siegel” ist das aussagekräftigste Qualitätsmerkmal innerhalb der EU. Deshalb wird das Siegel zunehmend gefälscht. Wenn die Bezeichnung auf die Verpackung durch einen Aufkleber aufgebracht ist, kann dies oft als Fälschungsmerkmal gewertet werden. Grundsätzlich drucken Hersteller, die ihre Ware aufwändig haben testen lassen, das Siegel auf die Verpackung. Rechtschreibefehler im Siegel sind ebenso Alarmsignale.

Das ” Öko – Tex 100 – Siegel” ist ein anerkanntes Testat, das zuverlässig die Schadstofffreiheit der einzelnen Fabrikate nachweist. Primär werden die Bezeichnungen für Kinderkleidung vergeben. Zusätzlich wurden in der Vergangenheit Zertifikate für Kinderspielzeugprodukte ausgebucht. Aktuell erhält Kinderspielzeug grundsätzliche keine derartige Etikettierung. Trotzdem sind im Handel derzeit Produkte mit einem gültigen Label erhältlich.

Die Bezeichnung ” VDE” wird vom ” Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik” ausgegeben. Entsprechend transportieren die Produkte im Zuge einer sachgemäßen Anwendung eine elektronische Sicherheit. Die einzelnen Modelle werden allerdings nicht auf Schadstoffe oder ihren pädagogischen Wert untersucht.

Das ” Spiel gut – Siegel” wird von dem in Ulm ansässigen Arbeitsausschuss ” Kinderspielzeug und Spielzeug e. V.” ausgegeben. Nach Wertung der Verbraucherzentralen ist die Auszeichnung ein ” Rundum – Siegel”. Spielwert, pädagogischer Gehalt, Design, Sicherheit, Haltbarkeit, Material und Umweltverträglichkeit fließen in die Prüfung ein. Ökologische und gesundheitliche Aspekte werden bei der Bewertung untergeordnet berücksichtigt.

Eine Auszeichnung für Gesellschaftsspiele über das Siegel ” Spiel des Jahres”, orientiert sich ausschließlich an dem Spielwert der Spiele. Weder eine technische noch eine chemische Prüfung der Produkte wird ausgeführt.

Welche Kinder Produkte müssen ein Prüfsiegel haben?

Laut geltendem Produktsicherheitsgesetz müssen Kinderprodukte kein aussagekräftiges Prüfsiegel tragen. Prüfsiegel sind mit freiwilligen Kennzeichnungen auf den jeweiligen Fabrikaten gleichzusetzen.

Um ihre Ware auf dem deutschen Markt vertreiben zu dürfen, müssen Hersteller ihre Artikel mit einem ” CE – Zeichen” ausstatten. Da diese Etikettierung mit keiner vorangegangenen Prüfung einhergehen muss, ist das Siegel nicht als verbindliches Qualitätsmerkmal für die Kindersicherheit einzuordnen.

Gütesiegel sowie Prüfzertifikate vergeben spezielle Prüfinstitute anhand unterschiedlicher Qualitätskriterien. Die überprüften Merkmale unterscheiden sich. Überwiegend verwenden Hersteller Prüfsiegel, um die Kaufentscheidung der Verbraucher zu beeinflussen und sich von der Konkurrenz abzusetzen. Generell sollten Fabrikate mit einem GS – Siegel verkleidet sein. Das Siegel garantiert eine geprüfte Qualität für eine maximale Kindersicherheit.

Verschiedene Verbraucherschutzorganisationen führen regelmäßig Produktprüfungen durch. Deshalb sind Testergebnisse der Stiftung Warentest oder von Ökotest als unmittelbares Kaufargument zu werten. Konsumenten sollten in diesem Kontext darauf achten aus welchem Jahr die relevanten Ergebnisse stammen.

Welche verschiedenen Tests gibt es für die Sicherheit von Kinderprodukten?

Zusätzlich geben Normen einen Empfehlungscharakter hinsichtlich der Sicherheit, Verträglichkeit, Gebrauchstauglichkeit sowie der Zuverlässigkeit eines Produktes. Verpflichtend müssen diese von den Herstellern nicht genutzt werden. Trotzdem verwenden zahlreiche Firmen die Bezeichnung.

Nationale Normen werden in Deutschland über das DIN festgelegt. Das DIN ist eine nationale Normungsorganisation. Trägt ein Kinderprodukt eine DIN, erfüllt dieser Artikel die nationalen Normen zur Produktsicherheit. Derartig gekennzeichnete Stücke übermitteln daher eine ideale Kindersicherheit. Die Modelle haben demnach spezifische Tests durchlaufen, die eine hohe Sicherheit für Kinder gewährleisten. Artikel gemäß einer DIN erfüllen Anforderungen, die weit über die EU – Richtlinien hinausgehen.

Ein Fahrradhelm sollte im Idealfall der DIN EN 1078 entsprechen. Ein Kinderfahrradsitz sollte nach DIN EN 14344, ein Kinderwagen gemäß DIN EN 1888 gefertigt sein. Die DIN EN 71 transportiert die Norm für Spielzeug.

Ein Autokindersitz sollte unbedingt anhand der ” ECE – Prüfnorm” getestet sein. Indikator hierfür sind die Bezeichnungen ” ECE – R 44″ und ” ECE – R 129). Ein Fahrradanhänger und aufblasbare Kinderpools oder Schwimmhilfen für Babys sollten für eine anhaltend perfektionierte Kindersicherheit ein ” GS – Siegel” tragen.

Welche Materialien können giftig sein?

Zahlreiche Erzeuger nutzen für die Herstellung ihrer Ware mangelhafte Rohstoffe und Materialien. Daher enthält verschiedenes Spielzeug giftige Materialien, die die kindliche Gesundheit nachhaltig schädigen und die Kindersicherheit negativ beeinflussen können.

Für eine bestmögliche Kindersicherheit sind daher bevorzugt Artikel zu erwerben, die laut Öko Test oder Stiftung Warentest als gesundheitlich unbedenklich eingestuft worden sind. Die Kindersicherheit kann zusätzlich erhöht werden, wenn Textilien gekauft werden, die mit dem Label ” Öko Tex 100 Siegel” versehen sind.

Grundsätzlich gefährden Modelle die Kindersicherheit, die Phthalate, Schwermetalle, Weichmacher und PVC aufweisen. Zusätzlich können lösemittelhaltige Lacke und Beizen in Holzspielzeug, gesundheitsschädlich wirken.

Interessante Links:

https://www.t-online.de/digital/handy/id_82578168/verbraucherschuetzer-warnen-vor-kinder-smartwatches.html

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